Anja

5.11.2011 - Und auch als es dann ...

... an die Verschriftlichung des Ganzen ging, kam von den beiden Damen trotz Aufforderung nichts. Laura und ich haben uns dann aber nachdem wir endlich fertig waren, im Weinshop nebenan ordentlich eingedeckt und ein bisschen gefeiert. Das war wirklich dringend nötig. Ich wusste gar nicht, dass da bei mir in der Nähe überhaupt ein solcher Weinshop ist, geschweige denn, dass er so riesig ist und dass der Wein aus diesem Weinshop wirklich lecker ist. Gut, ich bin kein Profi, aber ich habe für meinen Vater schon mal in einem anderen Weinshop etwas zum Geburtstag oder so gekauft und er fand es so eklig, dass er es gleich ausspucken musste. Wenn man keine Ahnung von Wein hat, sollte man normalerweise einen Weinshop meiden und höchstens mal als Gast ein paar Schlucke trinken. In den meisten Weinshop tummeln sich nämlich nur echte Weinkenner und Fragen zu stellen, ist da eher verpönt. Man erntet verachtende Blicke und bekommt nur knappe Antworten, die mit so viel Fachchinesisch bestückt sind, dass man nachher dümmer ist als vorher. Dieser Weinshop aber ist da angenehmer. Vielleicht weil dieser Weinshop von jungen Leuten gemacht wird, die gleich auf einen zukommen und ausführlich mit jedem, der kommt, über Wein sprechen. Das ist wirklich eine chillige Atmo dort!
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29.10.2011 - Wenn die Masken fallen

Aber als es dann daran ging, die Interviews, die auf Tonband anonymisiert mitgeschnitten wurden, zu kodieren, fing der Krach an. Zwei Mädels aus der Gruppe taten nämlich nach ihrem letzten Telefoninterview mal original gar nichts! Gut, die Türkin in unserer Gruppe hatte auch die meisten Interviews von uns allen geführt, weil die restlichen Mädels eben für die deutschen Mietinteressenten zuständig waren. Aber die ganzen Interviews auf Tonband erst einmal abzuschreiben und zu kodieren, das heißt, nach Begriffen, Argumentationen und so weiter zu ordnen, war doch wohl die meiste Arbeit. Über hundert Seiten sind am Ende für knapp 40 Telefoninterviews zusammen gekommen. Das war doch viel mehr Arbeit als mal eben ein bisschen rumzutelefonieren.
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24.10.2011 - Wohnung gesucht!

Nicht aber bei uns. So dachte ich jedenfalls noch lange Zeit, bis sich dann doch schon ziemlich früh herausstellte, dass einige von uns sich einen faulen Lenz machten. Laura war mit mir noch so ziemlich die einzige, die etwas für das Gruppenprojekt tat, für das wir am Ende ja auch eine Note bekommen sollten, die für die Bachelornote nicht unwesentlich zählte. Unser Projekt bestand aus einer Telefonumfrage, in der es darum ging, herauszufinden, wie Vermieter, die eine Wohnung inseriert hatten, auf ausländische Mitbürger reagieren würden. Würden sie auch eine Einladung zu einer Wohnungsbesichtigung bekommen oder nicht? Mit welchen Begründungen würden sie abgelehnt und stimmten diese überhaupt? Das konnten wir ja leicht überprüfen, indem wir danach mit deutschem Akzent und deutschem Namen anriefen. Bei den Telefoninterviews selbst lief noch alles gut. Alle machten mit. Machte ja auch Spaß und das ganze war mitunter auch schon mal sehr komisch.
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16.10.2011 - Survival of he Fittest

Sowas gibt es, glaube ich nur in der Soziologie. Genauer gesagt im Soziologie-Studium. In keinem anderen Studiengang lernt man, glaube ich, besser, in einem Team zu arbeiten und auch mal Team-Mitglieder zu hassen wie in diesem Studiengang. Kein Wunder, dass Absolventen dieses Studiengangs durchaus als Personaler in Unternehmen gefragt sind. Sie wissen eben durch ihre Erfahrung mit Konflikten und Teambildung umzugehen. Davon kann ich seit kurzem nun auch ein Liedchen singen. Wir waren zu viert in einer Gruppe und sollten zusammen an einem Projekt arbeiten. Da wir uns alle schon kannten, mochten, oft Party machen waren und voneinander wussten, das wir zu den besseren des Studiengangs gehörten, bin ich felsenfest davon ausgegangen, dass das null Probleme geben wird und wir die Gruppenarbeit locker schaffen werden. Da gab es ganz andere Gruppen, die wir belächelten, weil sich dort ausgerechnet jene zusammen gefunden hatten, die entweder alle keine Ahnung hatten oder aus so vielen Zicken bestanden, dass dort jede Minute der Dritte Weltkrieg seinen Anfang finden musste.
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